Milleniumsziel 6: HIV/Aids, Malaria und andere Krankheiten bekämpfen

Article paru dans le Luxemburger Wort le 16 septembre 2010

Laut der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen gehört die Gesundheit zu den Grundrechten eines jeden Menschen. Glaubt man dem Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V., wird am Anfang des 21. Jahrhundert trotzdem etwa einem Drittel der Menschheit dieses Grundrecht vorenthalten.

Angaben von OXFAM zufolge sterben jährlich etwa 18 Millionen Menschen an heilbaren Krankheiten wie Durchfall, Malaria und Tuberkulose.

Rund 33 Millionen Menschen weltweit lebten Ende  2007, laut UNAIDS, mit dem AIDS-Virus. Der südliche Teil Afrikas bleibt das Zentrum der AIDS-Epidemie. Sie ist dort die häufigste vorzeitige Todesursache. Hier leben zwar nur 10% der Weltbevölkerung, aber über 60% aller HIV-infizierten Menschen und gar 90% aller HIV-positiven Kinder. Infolgedessen ist die Lebenserwartung dort dramatisch gesunken: Während Anfang der  neunziger Jahre die Bevölkerung mit einer Lebenserwartung von bis zu 60 Jahren rechnen konnte, werden diejenigen, die zwischen 2005 und 2010 geboren wurden, im Schnitt 15 Jahre früher sterben.  Bildung hat wiederum einen großen Einfluss auf die HIV-Verbreitungsrate. AIDS verbreitet sich unter Mädchen ohne Schulbildung doppelt so rasch wie unter Mädchen, die wenigstens über eine geringe Schulbildung verfügen. Drei Viertel der neu infizierten Menschen in Afrika und Asien sind Mädchen und Frauen. Den stärksten Zuwachs bei Neuinfektionen gab es in den letzten Jahren in Osteuropa, Zentral- und Ostasien.

HIV/AIDS wirkt sich unmittelbar auf die Ernährungssicherheit der Familien aus. Erkrankt oder stirbt ein Erwachsener, verliert die Familie häufig genau die Person, die für den Unterhalt sorgt. Nach Angaben von UNAIDS haben bisher schon mehr als elf Millionen Kinder in Afrika mindestens ein Elternteil verloren. Wirksame und vor allem günstige Medikamente sind nötig, um den katastrophalen Folgen zu begegnen. In Afrika liegt die Behandlungsrate kaum über 10 %.

Nach Angaben der WHO erkranken jedes Jahr weltweit etwa 300 bis 500 Millionen Menschen an der tropischen Infektionskrankheit Malaria – zwischen einer und drei Millionen Menschen sterben daran.  Die gefährlichste Form, Malaria Tropica, kann insbesondere bei kleinen Kindern innerhalb weniger Stunden zum Tod führen. In Afrika stirbt nach UNICEF-Angaben alle 30 Sekunden ein Kind an Malaria. Malaria trifft vor allem die Armen, die häufig in beengten und unsauberen Verhältnissen und in der Nähe stehender Gewässer leben, dem Lebensraum der Malariamücke. Rechtzeitig behandelt  kann die Krankheit meist geheilt werden. Die meisten Medikamente sind jedoch für die arme Bevölkerung auf dem Land unerschwinglich.

Es gibt viele Ursachen für diese humanitäre Katastrophe. Die Hauptursache ist jedoch Armut und mangelnde Bildung. So muss das Erreichen des Millenniumsziels 1 (die Bekämpfung von extremer Armut und Hunger) und des Ziels 2 (Primärschulbildung für alle) ein Erfolg werden. Dies sind wesentliche Voraussetzungen, dass die Bekämpfung von Krankheiten gelingen kann.

Cercle de Réflexion et d’Initiative Vivi Hommel asbl et Pharmaciens Sans Frontières Luxembourg

 

OMD 6. Ein „Health Impact Fund“: Eine Frage der globalen Gerechtigkeit! (CRI Vivi Hommel)

Article paru dans le Luxemburger Wort le 16 septembre 2010

Täglich sterben 50 000 Menschen, weil sie arm sind

Armutsbedingte und vernachlässigte Krankheiten sind mitverantwortlich dafür, dass die  Lebenserwartung in den Entwicklungsländern etwa 30  Jahre unter der in den Industriestaaten liegt. Jedes Jahr sterben etwa 18 Millionen Menschen – das sind 50.000 pro Tag – weil sie arm sind.

Sie sterben an Krankheiten die eigentlich heilbar  oder vermeidbar wären. HIV/AIDS, Tuberkulose, Malaria, Wurmbefall, Cholera, Lepra oder Schlafkrankheit fordern zahllose Opfer.

Die betroffenen Menschen haben nicht die geringste Chance, weil sie u.a. aus Kostengründen keinen Zugang zu benötigten Medikamenten haben. Unser Wirtschaftssystem verwehrt ihnen ein elementares Menschenrecht, das Recht auf eine adäquate medizinische Versorgung. Der Teufelskreis von Armut, Krankheit und Tod wird sich nicht ändern, solange wir im wirtschaftlich entwickelten Norden nicht einsehen, dass wir die Armut im Süden durch unser ökonomisches System und unser tägliches Handeln aufrechterhalten.

Die ungezügelte Globalisierung der Wirtschaft geht zu Lasten vieler Menschen und treibt einen Raubbau an der Natur. Wir brauchen dringend soziale, ökologische und ethische Kriterien, die in unser ökonomisches Handeln einfließen. Nur so können wir unser Verhältnis zum Süden solidarischer und gerechter gestalten. Wir stehen in der Pflicht, die medizinische Versorgung in den Ländern des sogenannten Südens zu verbessern. Wir tragen eine Mitverantwortung an ihrer bestehenden Armut, wir tragen somit auch eine Mitverantwortung an der katastrophalen Gesundheitssituation in vielen dieser Länder.

Um dieser Ungerechtigkeit entgegen zu wirken, schlagen der Philosoph Thomas Pogge und der Wirtschaftswissenschaftler Aidan Hollis die Schaffung eines „Health Impact Fund – HIF“, eines Gesundheitswirkungsfonds, vor.

In seinen Grundzügen sieht das Projekt vor, dass Pharmafirmen auch an Projekten arbeiten welche die Gesundheitssituation verbessern und nicht nur an solchen, die profitable Verkäufe versprechen. Eine Firma die ein Medikament beim HIF meldet, verpflichtet sich es weltweit zum Kostenpreis anzubieten. Im Gegenzug bekämen die Pharmafirmen aus dem „Health Impact Fund“ Prämien auf Basis der gemessenen Auswirkungen des Medikaments auf die Weltgesundheit. Das Konzept eines „Health Impact Fund“ ist faszinierend und revolutionär. Es ist ein effektiver, realistischer Plan zur Verbesserung der weltweiten Gesundheitssituation.

Der „Cercle de Réflexion et d’Initiative Vivi Hommel asbl“ und die „Pharmaciens Sans Frontières Luxembourg ONGD“ sind von der Wirksamkeit dieses Projektes überzeugt. Beide Organisationen werden in unserer Zivilgesellschaft und in den politischen Kreisen für eine Unterstützung der HIF-Idee werben.

Ciné Utopia 20. Oktober, 19 Uhr:

« Memory Books … damit du mich nie vergisst ». Dokumentarfilm von Christa Graf.

In Uganda schreiben aidskranke Mütter Erinnerungsbücher für ihre Kinder

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